Wie baut man ein Schulhaus für die Zukunft?

Wie baut man ein Schulhaus für die Zukunft?
8 August 2018, Peter Wicki im Gespräch mit Stephan Ogg.

Wie baut man ein Schulhaus für die Zukunft?

Schulen und Bildungsinstitute gehören zur Grundversorgung einer Stadt. Sie sind wichtige und stabile Infrastrukturen und unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. In unserem SBB Immobilienportfolio legen wir daher auch einen Schwerpunkt auf die Nutzungsart Bildung. Wie wichtig ein zentraler Standort ist und wie die Immobilie bzw. die Gebäude auch in Zukunft dafür beschaffen sein müssen, erklärt Stephan Ogg, Leiter Management Services von der Stiftung Juventus Schulen in Zürich im Interview. Vor zirka einem Jahr hat die Juventus Schule ihre Gebäude in der Europaallee bezogen.

Wie kam es zur Miete der Liegenschaft an der Europaallee?

Zum einen war unser gesamter Schulbetrieb auf drei Schulhäuser an verschiedenen Standorten in unmittelbarer Nähe des Zürich HB verteilt. Dies war aus logistischen Gründen unbefriedigend. Zum anderen wollten wir für die weitere Entwicklung unserer traditionsreichen Schule einen historischen Meilenstein setzen, der als Leuchtturm über das Jubiläum unseres hundertjährigen Bestehens - das wir in diesem Frühjahr feiern durften - hinausweist. Unser neues Schulhaus an der Europaallee ist sozusagen ein Geschenk an die heutigen und künftigen Generationen der Juventus-Lernenden.

Welche Kriterien müssen Gebäude für eine Schule erfüllen?

Schule und Unterricht befinden sich im Umbruch. Neue Lehr- und Lernformen, selbstorganisiertes Lernen, aber auch die zunehmende Digitalisierung des Lernens bieten und verlangen gleichzeitig eine noch nie dagewesene Vielfalt an Interaktionsmöglichkeiten für alle am Lernprozess beteiligten Personen: Zwischen Lehrpersonen und Lernenden, innerhalb von Lerngruppen, im Austausch der Lehrpersonen unter sich, aber auch in der Interaktion der Lernenden mit den digitalen Lernplattformen.

«Anpassungsfähigkeit und Flexibilität sind gefragt»

Die nächsten Jahre werden hier weitere markante Veränderungen bringen. Ein Schulhaus der Zukunft muss diese Veränderungen flexibel mitmachen und unterstützen können, so wie unser neuer JuveCampus an der Europaallee. Gefordert sind dabei die Anpassungsfähigkeit der räumlichen Strukturen und des Mobiliars sowie eine Infrastruktur, die den heutigen und künftigen Anforderungen des Unterrichts gerecht wird und diese erst möglich macht. Zentral aber scheint mir: Eine Schule muss immer auch Begegnungsort für Menschen sein, die sich in dieser Umgebung wohlfühlen müssen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir gerade dazu äusserst positive Rückmeldungen seitens unserer Lernenden und Lehrpersonen erhalten.

Welche Rolle spielt das Umfeld, in Ihrem Fall die Nähe zum Bahnhof?

Eine sehr zentrale! Der überwiegende Teil unserer meist jugendlichen Lernenden sind auf eine gute Erreichbarkeit ihrer Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen. Zudem kommen die Lernenden und Studierenden der Juventus Schulen aus einem sehr grossen Einzugsgebiet, das von Graubünden, der Ostschweiz, der Innerschweiz bis nach Basel reicht und somit beinahe das gesamte schweizerische Mittelland umfasst. Die Nähe zum Zürich HB ist deshalb ein entscheidender Standortvorteil der Juventus Schulen.

Wodurch entsteht eine lebendige Stadt und was benötigen die (Schweizer) Städte der Zukunft?

Da ich kein Fachmann für Städteplanung und -entwicklung bin, kann ich diese Frage nur aus der Optik eines interessierten Bürgers betrachten. Lebendigkeit bedeutet für mich primär Vielfalt! Und zwar eine Vielfalt an Baustilen, an Menschen, an kulturellen und gastronomischen Angeboten, an Arbeits- und Einkaufsmöglichkeiten. Die Vielfalt an möglichen Lebensstilen macht für mich eine Stadt lebendig und spannend.

In welches Zukunftsprojekt investieren Sie momentan Ihre meiste Zeit?

So grosse Projekte wie der Schulhausneubau oder unsere Hundertjahrfeier sind derzeit zwar nicht geplant. Aber wir beschäftigen uns intensiv mit diversen kleineren und mittleren Projekten zu Förderung der Schul- und Qualitätsentwicklung. Die Summer diese Projekte werden - davon sind wir überzeugt - unsere führende Marktstellung als Bildungsanbieter für Grund- und Weiterbildung weiter stärken.

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Die Europaallee ist für mich…

…ein spannendes Experiment bei dem sich zeigen wird, ob die von mir vorhin beschriebene Vielfalt an urbanem Leben stattfinden kann.

Lesen Sie auch den Blogbeitrag «Ein Mann für historische Grossprojekte.» auf europaallee.ch.

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Stephan Ogg.
Stephan Ogg.
Stephan Ogg ist seit 1998 als Mitglied der Geschäftsleitung und Rektor von diversen Schulbereichen bei Juventus Schulen tätig. Seit 2013 leitet er den Unternehmensbereich «Management Services» und ist insbesondere zuständig für Marketing, Kommunikation und Facility Management.

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Peter Wicki
Peter Wicki
Peter Wicki holds a diploma in architecture from ETH Zurich, a Master of Science in Real Estate Management and MRICS. He has been Head of Portfolio Management at SBB Real Estate since 2012. He and his team develop the strategy for SBB’s real estate portfolio. Peter Wicki blogs about various industry-related topics, focusing on portfolio and real estate strategy and ideas for innovation from the real estate industry.
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